Achtsamkeit und Balance

Was wir von Faultieren lernen können

In rund zwei Wochen reise ich in das wunderschöne Costa Rica und freue mich schon auf ganz viel Sonne, Dschungel und die ein oder anderen Tiere. Ganz besonders groß ist meine Vorfreude auf die unglaublich süßen Faultiere. Der Name mag zwar Programm sein, dennoch sind die Tiere völlig unterschätzt, wie die Zoologin Lucy Cooke in ihrem TED-Vortrag über diese putzigen Wesen klarstellt. Viel mehr noch: Wir Menschen sollten uns an ihnen ein Beispiel nehmen. Auch in Sachen Achtsamkeit.

Der spanische Eroberer Valdés hat in seiner Enzyklopädie das Faultier erstmalig wie folgt definiert: Das Faultier sei „das dümmste Tier, das man in dieser Welt finden kann. Noch nie sah ich ein so hässliches Tier oder eines, das so unnütz ist.“ Keine nette Beschreibung und vor allem nicht zutreffend, wie Lucy Cooke in ihrem Vortrag deutlich macht. Aber was zeichnet das langsamste aller Säugetiere eigentlich genau aus?

Was wir von Faultieren über Entschleunigung lernen können

In einer Welt, in der sich alles um Geschwindigkeit dreht, können wir von den stets lächelnden Wesen viel über Entschleunigung lernen. Betrachtet man in der Werbung häufig idealisierte Raubtiere, wie zum Beispiel Geparden, stellt man fest: Ihre Geschwindigkeit hat einen hohen Preis, denn sie zehrt an der Kraft und der Energie der Tiere. Um das zu kompensieren, brauchen sie wiederum mehr Nahrung, die sie nur durch ihre schnellen Jagden erlegen können. Ein Teufelskreis, der mich ein wenig an das Stress-Hamsterrad so manch eines Arbeitnehmers erinnert.

Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

Ralph Waldo Emerson

Faultiere hingegen verbrauchen so wenig Energie wie möglich, brauchen dafür im Umkehrschluss auch nur sehr wenig Nahrung. Ist das jetzt besser oder schlechter? Es ist erst einmal ein ganz anderer Ansatz zum Überleben, der aber scheinbar sehr erfolgreich ist: Seit über 40 Millionen Jahren leben Faultiere auf dieser Welt, unterstreicht Lucy Cooke. Vielleicht ist an der Fabel von Äsop mit der Schildkröte und dem Hasen ja etwas dran, die uns lehrt, dass Langsamkeit und Stetigkeit das Rennen machen.

Erfolgsrezept: Energiesparmodus und gezielter Einsatz von Ressourcen

Oder anders ausgedrückt: „Ihr Erfolgsgeheimnis ist ihre Faulheit. Sie sind Energiespar-Vorbilder“, fasst Lucy Cooke das oft belächelte Erfolgsrezept der Faultiere zusammen. Was können wir nun aber für uns daraus mitnehmen? Sollen wir uns alle auf die faule Haut legen, weil das bei den Faultieren so exzellent funktioniert? Nein, das entspräche nicht so ganz unserer Natur, ebenso wenig wie es der Natur des Geparden entspräche. Aber ein paar Inspirationen können wir dennoch für unser Leben mitnehmen und die fasst Lucy Cooke so zusammen:

  • Slow down (Nimm dir Zeit.)
  • Be mindful (Sei achtsamer.)
  • Reduce wasteful convenience (Stelle Qualität über Komfort.)
  • Be economical with energy (Gehe sparsam mit deiner Energie um.)
  • Recycle creatively (Recycle kreativ.)
  • Hug a tree (Verbinde dich mit der Natur.)

Nicht nur in meinem Urlaub in Costa Rica werde ich versuchen, mich mehr an diese von den Faultieren inspirierten Leitsätze zu orientieren. Warum das Sinn macht, erklärt Lucy Cooke am Ende ihres Vortrages so:

„Sonst, fürchte ich, sind wir Menschen bald „das dümmste Tier, das man in der Welt finden kann.“

Lucy Cooke

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