Kommunikation und Beziehungen

Zum World Mental Health Day

Zitat von Michelle Obama zum World Mental Health Day auf www.achtsam-engagiert.de

Heute ist der World Mental Health Day oder auch Tag der mentalen Gesundheit. Was die ehemalige First Lady Michelle Obama für Amerika beschreibt, erlebe ich leider genauso in Deutschland.

Ich habe schon ein paar Mal Gespräche mitbekommen, in denen Sätze gefallen sind wie „Ich verstehe nicht, warum Max einen Burnout hat. Mein Mann hat einen wesentlich stressigeren Job“ oder „Lisa hat eine Angststörung, aber sie steigert sich da auch echt ein bisschen rein.“

Corona-Studie im Auftrag von CLARK anlässlich des World Mental Health Days / Welttag der mentalen Gesundheit.

Wenn ich sowas höre, bin ich einfach nur schockiert. Wieso glauben so viele, die mentale Gesundheit von anderen beurteilen zu können? Denn seien wir mal ehrlich: Solche Sätze hört man doch wirklich nur im Kontext von mentalem Leiden. Oder hast du schonmal gehört: „Ich verstehe gar nicht, warum Max so dramatisch humpelt mit seinem Bänderriss. Mein Mann hatte schonmal einen viel schlimmeren.“ Und wie absurd wäre es, zu sagen: „Lisa hat Krebs, aber sie steigert sich da auch echt ein bisschen rein.“

Zum World Mental Health Day die Ergebnisse einer Corona-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse

Verstehe mich nicht falsch: Ich will keinen Diskurs darüber eröffnen, wie gravierend welche Erkrankungen sind. Sie sind anders. Und sie sind anders schlimm. Denn Fakt ist: Wenn du mental erkrankt bist, geht es dir mies. Egal, ob man es von außen sehen kann oder nicht. Und leider wird auch oft vergessen: Eine Depression kann ebenso tödlich sein wie eine Krebserkrankung. Lasst uns also bitte aufhören, physische Erkrankungen für voller zu nehmen als psychische. Krank ist krank. Das verdient Aufmerksamkeit und Mitgefühl. Und dieselbe Nachfrage, die wir auch bei physischen Erkrankungen stellen: Wie geht es dir?

Diese Frage ist in der aktuellen Zeit wichtiger denn je. Durch Corona fühlen sich mehr und mehr Menschen gestresst, einsam oder niedergeschlagen, wie beispielsweise eine Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse zeigt. Lasst uns also aufeinander achtgeben und für einander da sein.

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