Engagement und Vision

Märchenhafte Neujahrsvorsätze: Von Drachen und Prinzessinnen

Das Bild zeigt die zwei Strategien auf, wie man die Motivation für Veränderung wie Neujahrsvorsätze erzeugt: Slaying the Dragon und Winning the Princess. Visualisiert von www.achtsam-engagiert.de

Vor ein paar Wochen war ich auf einem Führungskräfteseminar zum Thema Change-Management. Dabei habe ich eine schöne und simple Metapher kennengelernt, wie Unternehmen Veränderungsprozesse angehen: Den Drachen bekämpfen (Slaying the Dragon) oder die Prinzessin erobern (Winning the Princess). Hinter beiden Ansätzen verbergen sich ganz unterschiedliche Strategien, wie Energie für Veränderung mobilisiert wird. Was hat es damit auf sich und wie kannst du diese zwei Ansätze auf deine Neujahrsvorsätze übertragen?

Slaying the Dragon: Kampfgeist wecken durch Drachenbekämpfung

Wenn ein Unternehmen die Strategie „Slaying the Dragon“ (also „den Drachen töten“) wählt, dann lenkt es seine Aufmerksamkeit und Energie auf mögliche Krisen, Bedrohungen und Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt. Beispiele hierfür können eine Insolvenz, Verlust der Marktposition oder ähnliches sein. Bei dieser Strategie wird das Negative also stark in den Vordergrund gehoben, kommuniziert und darüber eine Motivation für ein „schnell weg davon“ erzeugt. Alle Maßnahmen zielen dann auch darauf auf, die Bedrohung zu eliminieren.

Diese Methode bietet den Vorteil einer schnellen Aktivierung, allerdings auch den Nachteil einer fragilen Moral. In der Economic Times wird das wie folgt zusammengefasst:

„Because anger and fear are very powerful emotions, the killing the dragon strategy can be extremely effective, but only for a relatively short period of time.

The corrosive effect of these emotions make people fragile and tired. If extended for long periods, these emotions inevitably spill over inside the company and get directed at one another in the form of recriminations and finger pointing.“

Winning the princess: Strategie zur Eroberung schöner Ziele

Im Gegensatz dazu arbeitet die Strategie „Winning the princess“ (also „die Prinzessin erobern“) mit positiv besetzten Gefühlen. Es gibt ein Ziel, das sehr erstrebenswert erscheint und das ein Unternehmen gern erreichen möchte. Hier kann es oft auch um langfristige Visionen gehen, wie sie beispielsweise auch von Apple formuliert wird (s. hierzu den Artikel „Finde dein Warum„). Es führt zu einer ganz anderen Art der Aktivierung als die Drachenbekämpfung:

„The Winning the Princess strategy requires two kinds of emotion management. The first is to convert the weak, negative emotions of disappointment and frustration into excitement and enthusiasm. But, winning the Princess is also typically a long march, demanding sustained, creative effort over many years. To do so, people must also enjoy calmness and comfort.“

Letztlich geht es bei der Drachenbekämpfung und der Prinzessinnen-Eroberung also um die Aktivierung unterschiedlicher Emotionen, die dann im Idealfall beide zu einer Zielerreichung führen (weg von der Bedrohung vs. hin zu dem Ziel).

Dies kannst du dir zunutze machen, um deine Neujahrsvorsätze zu notieren. Meine Empfehlung ist, dass du dich bei deiner Formulierung möglichst an der Prinzessin und weniger am Drachen orientierst. Neujahrsvorsätze sind ja doch meist eher ein Langstreckenlauf und nicht ein kurzfristiger Sprint.

Neujahrsvorsätze formulieren mit der Prinzessinnen-Technik

Beispiel: Wenn du dir vornimmst, nicht mehr so viel zu naschen, bekämpfst du damit einen Drachen. Egal wie gefräßig, träge und pummelig der Drachen in dem Beispiel ist, er erzeugt vor allem negative Emotionen. Reizvoller könnte es sein, wenn du überlegst, wie das Pendant dazu aussehen könnte, also die Prinzessin.

Ich bleibe mal beim Beispiel Naschen. Angenommen du würdest pro Woche 10 Euro für Naschereien ausgeben. Das passiert ja durchaus schnell, wenn man pro Woche zwei Tüten Gummibärchen verdrückt und sich wie in meinem Fall regelmäßig Kuchen vom Bäcker gönnt. Dann macht das pro Monat 40 Euro. Und im Jahr summiert sich das Ganze bereits auf 960 Euro auf. Wenn ich mir also vornehme, im kommenden Jahr ein Sparschwein anzulegen, indem ich jeden Euro reinlege, den ich sonst für Süßes ausgebe, dann hätte ich mal eben so im Jahr knapp 1000 Euro gespart. Eine ziemlich attraktive Prinzessin, findest du nicht auch?

Was glaubst du, welcher Ansatz würde dich mehr motivieren, bei deinen Vorsätzen am Ball zu bleiben?

  • Slaying he Dragon: Ich werde nur noch halb so viele Süßigkeiten naschen.
  • Winning the Princess: Ich spare nächstes Jahr 500 Euro, indem ich ein Sparschwein anlege für nicht getätigte Süßigkeiten-Ausgaben.

Probiere es doch auch mal mit deinen eigenen Zielen aus. Wie kannst du sie so formulieren, dass für dich wirklich ein positiv besetztes und attraktives Ziel daraus wird?

Ich hoffe, diese kleine Märchenstunde hat dich inspiriert. Wenn du noch mehr über gute Vorsätze erfahren willst, schau auch mal in diesen Artikel: 3 Tipps für richtig gute Vorsätze und 8 Erfolgsfaktoren für die Umsetzung.

Ich wünsche dir einen guten Jahreswechsel und viel Erfolg beim Erfüllen deiner Träume – egal ob Prinz oder Prinzessin: Hol sie dir 😊

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